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Ich schreibe gerne und gebe gerne gefragt oder ungefragt meine Meinung von mir.

Mein Interesse gilt der Politik, aber ich bin nicht Anhänger einer Partei, da mir keine Partei in Deutschland wirklich gefällt.

Ich vermisse außerdem einen „konstruktiven Widerspruchsgeist“ in unserer Gesellschaft, mit dem Probleme nicht nur angesprochen werden, sondern auch Lösungsansätze aufgezeigt werden.

Bisher habe ich nur meinen engsten Freunden meine kleinen Machwerke zur Verfügung gestellt. Mir wurde mehrfach empfohlen, einen Blog zu starten, was ich nach längerer Überlegung jetzt tue. Ich freue mich sehr auf Reaktionen und Kritik von Lesern.

Alter: 52
 


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Israel - Hamas, Berichterstattung wie beim Fußball

Seitdem der Konflikt zwischen Israel und Hamas wieder voll entbrannt ist, bin ich wieder zum Nachrichten Junkie geworden. Ich schaue mehrfach Nachrichten im TV, suche im Internet nach Kommentaren.

Durch das wieder aufflammen dieses Konfliktes wird die gesamte Welt in 2 Lager gespalten: Pro oder Anti Israel. Jeder aus diesen Lagern versucht Menschen aus dem anderen Lager zu überzeugen für die richtige Sache einzustehen. Gut so.

Bei allen politischen Diskussionen –von mir aus auch Mindestlohn- möchte ich mir alle Argumente anhören, bevor ich für mich selbst ein Urteil fälle, mir eine Meinung bilde, für eine Sache eintrete. Eigentlich müsste man mir jetzt sagen „das ist doch selbstverständlich“. Aber uneigentlich ist das etwas anders.

Bei dem Konflikt zwischen der Hamas und Israel gibt es kein Abwägen von Argumenten um zu einem gerechten Urteil zu kommen.

Die Fronten zwischen Pro Israel und Anti Israel sind also verhärtet und das schon seit Jahren.

Bei jedem Terrorakt der Hamas gegen Israel, wird es emotional, bei jedem Terroranschlag gegen jüdische Einrichtungen auf dieser Welt kommen die Ratgeber hervor, die einem dann erklären, dass diese Anschläge ja nur wegen der aggressiven Politik des Staates Israel passierten. Der Jude ist also selbst schuld, wenn er angegriffen wird.

Auch wenn ich das bisher noch nicht verstehen mag, man kann diese Meinung haben, aber leider erzeugt diese Meinung Hass.

Dieser Hass kommt jetzt wieder zum Vorschein.

 

Gestern gab es in Berlin eine Anti Israel Demo, auf der laut skandiert wurde: „Jude, Jude, feiges Schwein, komm heraus und kämpf allein". Soweit ich erfahren habe hat die Polizei nichts gegen diesen Pöbel unternommen.

In Frankfurt durften auf einer Anti Israel Demo die Lautsprecher des Polizeiwagens für antisemitische Parolen benutzt werden.

In Paris und Antwerpen wurde skandiert „Schlachtet den Juden“.

 

Warum dieser Hass? Vor 20 Jahren gab es bereits den Konflikt, gab es Terrorakte gegen jüdische Einrichtungen, gab es „Intifada“, davor gab es richtigen Krieg zwischen Ägypten und Israel usw.

Allerdings gab es in der westlichen Welt zu der Zeit nicht so einen extremen Hass, wie er im Moment den Juden entgegenschlägt.

 

Seit dem ersten Irak Krieg werden Kriege nicht nur auf dem Schlachtfeld ausgetragen, sondern auch im Internet und in den Nachrichten.

 

Im Internet ist ein unbändiger Koloss an Daten, der gefälschte Fotos, falsche Nachrichten und übelste Meinungsmache in Umlauf bringt. Da werden tote Kinder aus dem Syrien Bürgerkrieg nach Gaza verlegt, Mesut Özil spendet Geld nach Gaza usw. Alles falsche Nachrichten, die solange das Internet anonymisiert ist, weiterhin ungehindert Verbreitung finden. Wenn man diese Anonymisierung will, dann wird sich dort auch nur wenig ändern. Der Interessierte wird hoffentlich zu unterscheiden lernen, was echt, richtig, gefälscht, oder falsch ist.

 

Mindestens genauso schlimm und entwürdigend empfinde ich die Berichterstattung über den Israel-Hamas Konflikt.

In fast allen Medien hat sich etwas eingeschlichen, was ich „Fußballberichterstattung“ nenne. Das erste Mal fiel mir diese „Fußballberichterstattung“ vor ca. 20 Jahren bei der Sendung „Telebörse“ auf, wo der Reporter Berichte vom Parkett ablieferte, die sich wie Fußballreportagen anhörten. Manchmal gab es Interviews mit Aktienhändlern, das waren die Spezialisten alla Oliver Kahn, oder Mehmet Scholl. Die Vorstandsmitglieder einzelner Unternehmen waren die Trainer. Im Mittelpunkt aber standen die Aktien, es wurden ständig Tabellen von Gewinnern und Verlierern  gezeigt (wie die Benotung einzelner Spieler, Mannschaften). Es wurden Langzeittabellen von Aktien im Vergleich zueinander aufgestellt. Es wurde in Sektoren unterscheiden und verglichen. Eine Art ewige Tabelle, die es im Fußball auch gibt, Bundesliga, Europameisterschaften, Weltmeisterschaften.

 

Genauso wird im Israel Hamas Konflikt berichtet. Da heißt es: „Bis zur Feuerpause gab es 205 Tote auf palästinensischer Seite, gegen einen auf israelischer Seite. 205 : 1 stand es also zur Halbzeit, wobei die Palästinenser haushoch führen. Wie makaber das ist, wird dann deutlich, wenn nach der Taktik der Israelis und der Taktik der Hamas gefragt wird. Gestern habe ich sogar eine „ewige Tabelle“ gesehen, wonach ca. 7000 Palästinenser gegen ca. 1000 Israelis starben. Raketenanzahl, Flugangriffe, Infiltration, usw, sind die taktischen Hilfsmittel der beiden Mannschaften. Die Mannschaft Palästinas führt also uneinholbar, leider gibt es dabei keinen Sieger.

 

Mir fällt auf, dass über den Nachbarstaat Syrien nicht so berichtet wird. Da sind auch schon mehr als 100.000 Menschen umgekommen, da spielt es allerdings keine Rolle, welchem Lager die Toten angehörten, es sind Menschen.

 

Ich glaube, dass die „Fußballberichterstattung“ zu einem Großteil zu der Feindbildung beiträgt und appelliere an alle Journalisten dies zu unterlassen, um ein wenig Dampf aus dem Konflikt herauszunehmen.

2 Kommentare 18.7.14 14:05, kommentieren

Keine Stammtisch-Parolen

Seit Tagen und Wochen geistern in meinen Gedanken viele Themen, die ich nicht so ohne weiteres in Worte fassen kann, ohne in Stammtisch-Philosophie, oder noch schlimmer in Stammtisch-Parolen abzudriften.

 

Ich meine damit die Steueraffäre Hoeneß und andere, die Krim-Krise, die Ukraine, das Verhalten der EU und natürlich Putin.

Bei der Steueraffäre Hoeneß gab es ja inzwischen gefühlte 130 Talkshows, die darüber diskutierten, einige spielten sehr stark den Moralapostel, andere versuchten sich an den Gesetzen lang zu hangeln, wieder andere forderten stärkere Strafen usw. Meines Erachtens sind nur ganz wenige den Stammtisch-Parolen entkommen.

 

Gleichzeitig stellte ich fest, wie harmlos die EU ist, wenn ein weniger demokratisches Land „Political Correctness“ einfach mal über den Haufen wirft.

Bei der ganzen Ukraine Geschichte habe ich mich auch deshalb zurückgehalten, weil ich nicht genügend Wissen hatte, weil ich nicht so dumm sein wollte überflüssige Kommentare abzugeben. Ich hoffte auf Frau Marina Weisband, die irgendwann auch aus der Ukraine zurückkehrte und berichtete, aber dann wurden wir alle und vor allem die Politiker von den Ereignissen auf der Krim überrollt.

 

Als ich dann gestern Nachmittag auch noch einen Artikel las, der auf Facebook gepostet wurde, über die lasche Verurteilung von 2 Jahren auf Bewährung, eines 20 jährigen Menschen, dem 165 Fälle von schwerem sexuellen und sexuellem Missbrauch nachgewiesen wurde, dachte ich direkt an Uli Hoeneß und sein Strafmaß. Wutschnaubend habe ich dann diesen Artikel geteilt, damit noch mehr Menschen ihn lesen.  

 

Ich könnte jetzt etwas darüber schreiben, wie einfach es die Medien, nicht nur die Nachrichten, sondern auch Social Media haben, um uns zu beeinflussen, das stimmt auch, aber ich will über etwas viel wichtigeres schreiben. (Nur zur Info, das Urteil ist aus dem Jahre 2012)

 

Dann sah ich gestern Nacht noch, wie ein Abgeordneter des ukrainischen Parlaments, Mitglied des parlamentarischen Ausschusses für Pressefreiheit, den Chef des staatlichen Fernsehens mit mehreren Gleichgesinnten unter Zuhilfenahme von körperlicher Gewalt zum Rücktritt zwingen wollte. Die Partei des Abgeordneten ist auch noch in Regierungsverantwortung.

 

Wir, die EU und die Bundesrepublik Deutschland zeigen nur Schwäche. Unsere Politik ist die eines Schwachen, unser Rechtssystem ist das von Schwachen, oder wie kommen solche Urteile zu Stande?

 

Es ist unstrittig, dass sich die EU im Falle Russlands nach der deutschen Wiedervereinigung besonders provokant verhalten hat, ja sogar auf ganz hohem Rosse saß. Nachdem Polen, und vor allem die baltischen Staaten nach dem EU Beitritt auch noch –trotz gegenteiligen Versprechens- der Nato beitraten, war die Bedrohung für Russland perfekt.

 

Wenn jetzt auch noch die Ukraine für einen EU-Beitritt kämpft, dann wird Russland der Zugang zu einem weiteren Seeweg versperrt, aber noch viel mehr, Russland hat eventuell noch einen Nato-Partner vor der eigenen Tür. In die Ecke gedrängte Tiere werden gefährlich.

 

Auch auf diese Politik will ich nicht eingehen, sondern auf unser höchstes Gut: Wir leben in einer Demokratie, genießen alle Freiheiten dieser Demokratie.

 

Wir können uns mitteilen, wir können sagen, was wir denken, wir müssen nicht unsere Unschuld beweisen, wir können mitbestimmen, wir können uns verweigern, wir können uns frei bewegen, wir dürfen unsere Freiheit verteidigen.

 

Stärker noch, unsere soziale Marktwirtschaft scheint die höchste Güteklasse der Freiheit zu sein und das deutsche Grundgesetz eine der besten Gesetzgebungen.  

 

Manche Urteile mögen da komisch, oder besser unverhältnismäßig wirken, aber „Schnippel ab“, was manchmal bei so wundersamen Urteilen wie bei dem 20 jährigen Kinderschänder gefordert wird, sollten doch mit Vorsicht genossen werden, da sie sehr stark an Scharia erinnern, wo dem des Klauens Überführten die Hand abgenommen wird (ob abgehackt, oder amputiert, ist von Land zu Land unterschiedlich).

 

Einige Ukrainer stritten für mehr Freiheit, mehr Anlehnung an die EU, andere haben diese Freiheit bereits, wie viele der ehemaligen Ostblockstaaten und Ex-Sowjetrepubliken. Diese Freiheiten will man einmal gewonnen sicher nicht mehr hergeben, so dass einige Länder inzwischen große Angst haben, dass auch sie von Russland annektiert werden, wie bei der Krim geschehen.

 

Gerade wir Deutschen wirken in der Politik immer besonders schwach, wir können leider nicht drohen, zumindest nicht direkt. Wir haben keine Atomwaffen, können also nicht mit den Muskeln spielen, wie es Putin nur zu gerne macht und dafür auch die speziellen Bilder mit nacktem Oberkörper liefert. In Deutschland, allerdings auch in Europa funktioniert das etwas anders. Frau Merkel im Muscle-Shirt, das passt nicht, sie hat aber auch keine militärische Handhabe.

 

Wir werden über kurz oder lang Russland sicher in die Schranken weisen können, aber es erfordert Mut und Geduld, vor allem weil wir, die einfachen Bürger viel mehr zu verlieren haben, als der einfache Bürger Russlands, zu allererst unsere Freiheit und unseren Wohlstand, der aus der Freiheit erwachsen ist.

20.3.14 17:04, kommentieren